SAP HANA als Nearline-Datenbank in ERP

Wie Prof. Dr. Detlev Steinbinder in seiner Keynote anlässlich des letzten PBS-Informationstags Ende Mai eindrucksvoll live im SAP Finanzmodul demonstrierte, lässt sich SAP HANA mit PBS Software auch als Nearline-Storage-Datenbank in traditionellen ERP-Systemen anwenden. Damit erzielt man ein ultraschnelles Reporting von SAP- und externen Daten ohne Systemwechsel. Die Analyse erfolgt direkt im ERP-System über ad hoc Queries, Standard-Reports oder Transaktionen. Die Funktionalität kann in allen ERP-Lösungen, inklusive der branchenspezifischen wie IS Retail oder IS-Oil, genutzt werden.

Für viele SAP-Kunden kommt eine kurz- oder mittelfristige Migration ihres ERP-Systems auf die HANA-Plattform aus verschiedenen Gründen nicht in Frage. Das Interesse an deren Nutzung ist dennoch sehr groß. So verbleiben die Möglichkeiten, HANA im Rahmen einer SAP BW on HANA Implementierung oder als Sidecar-Lösung zu betreiben. Mit der neuen PBS NAI-Lösung auf Basis von SAP HANA ist nun eine 3rd-Party-Lösung verfügbar, mit der die Nutzenpotentiale von HANA direkt in traditionellen ERP-Systmen erschlossen werden können. Alle Funktionen der PBS Nearline Analytic Infrastructure lassen sich damit direkt in HANA ausführen. Hierzu zählt zum Beispiel die Replikation beliebiger ERP-Daten und deren Auswertung anhand von Reports, ad hoc Queries oder Transaktionen im ERP-System. HANA ermöglicht eine extrem schnelle Datenverarbeitung, die sich mit traditionellen Datenbanken nicht erzielen lässt.

In dem Live-Szenario von Prof. Steinbinder wurden verschiedene ad hoc Queries auf FI-Beleg- und Stammdaten, die zuvor mit NAI-Mitteln in HANA repliziert wurden, direkt im ERP-System ausgeführt. Die Flexibilität der Anfragen sowie die schnellen Antwortzeiten erlauben völlig neue Analysemöglichkeiten. Damit werden Reporting-Anforderungen, auch im Hinblick auf Prüfungen, wesentlich schneller und flexibler realisiert. Es werden keinerlei Aggregate oder Summentabellen benötigt, um kurze Antwortzeiten zu erreichen. Die HANA Datenkompression sorgt darüber hinaus für eine entsprechend effiziente Datenhaltung. Durch den Nearline-Ansatz ist es nicht notwendig, die ERP-Daten dauerhaft in HANA zu halten. Damit wird der In-Memory-Bedarf klein gehalten und die Nutzung gezielt an den Analyseanforderungen ausgerichtet.

Weitere Besonderheiten bietet die PBS Nearline Infrastructure mit der Verarbeitung von Non-SAP-Daten neben natürlich auch der von SAP-Archivdaten. Letztere lassen sich durch die Kombination von NAI mit den PBS archive add ons nun auch mit den Vorzügen der HANA-Technologie auswerten. So kann man beispielsweise die PBS Lösung CPOS, für eine Integration von Kassenbelegen des Handels in SAP, auch mit HANA betreiben.